CB - Streckenführung detailiert

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Das Projekt City-Bahn – um was handelt es sich?

 

Bei dem City-Bahn Projekt handelt es sich um eine Stadtbahn auf Eisenbahnschienen, welche grundsätzlich 2-gleisig auf einem eigenen und baulich von der Straße abgetrennten Gleisbett von etwa 6 m Breite mit Doppelzügen von 75 m Länge (!) auf einer sogenannten Meterspur fahren soll.

Die City-Bahn wird in der Projektbeschreibung als erster und zentraler Baustein eines Citybahn-Gesamtnetzes aus mehreren Linien beschrieben. Das bedeutet, dass die Betreiber die Schienen durch die gesamte Stadt Wiesbaden nach und nach einführen wollen.

 

Dies will man den Bürgern auch als eine Verkehrswende verkaufen. In Wirklichkeit würde diese „Wende“ in Wiesbaden mit einer jahrzehntelangen Bindung an eine unflexible Technologie, die zwingend alle Autos aus dem Stadtzentrum verbannen würde und die ein unermessliches Chaos bis hin zum einem damit verbundenen Verkehrsinfarkt auf den Verkehrs-Knotenpunkten Wiesbadens (Kaiser-Friedrich-Ring, Dotzheimerstrasse, Rheinstraße, Bahnhofstrasse Biebricher Allee) führen. In den Hauptverkehrszeiten wäre somit ein flächendeckendes STAU-Chaos bereits vorprogrammiert.

 

Die allerletzte Umänderung der Gesamt-Trasse sieht zunächst wie folgt aus.

 

Später soll die Trasse bis nach Dotzheim ausgebaut werden und bis zum HSK führen.

Zunächst handelt es sich also um eine Gleisstrecke von insgesamt 34 km zwischen dem Bahnhof Bad Schwalbach und dem Hauptbahnhof Mainz. Die „erste Stufe“ gliedert sich in 4 Planungsabschnitte, die unabhängig von der tatsächlichen Realisierung betrachtet werden sollen (Was in sich schon absurd ist, wenn man bedenkt, dass ausschließlich für die Gesamtstrecke die Fördergelder beantragt und genehmigt werden)

 

Der 1. Planungsabschnitt betrifft eine Strecke von 12,19 km zwischen der Hochschule Rhein Main und dem Brückenkopf der Theodor-Heuss-Brücke in Mainz-Kastell,

 

Der 2. Planungsabschnitt eine Erweiterung der Strecke zwischen der Hochschule Rhein Main und der Wiesbadener Stadtgrenze in Klarenthal und dem Kohlheck von 4,73 km,

 

Der 3. Planungsabschnitt betrifft die Wiederbelebung der Aartalbahnstrecke zwischen der Wiesbadener Stadtgrenze und dem Bahnhof in Bad Schwalbach mit 15,01 km und

 

Der 4. Planungsabschnitt schließlich zielt auf die Herstellung einer Verbindung zwischen dem Brückenkopf der Theodor-Heuss-Brücke und dem Mainzer Hauptbahnhof.

 

Die geschätzten Kosten für den „ersten Baustein“ von derzeit 448 Mio € verteilen sich nach der ggfs. überholten Projektbeschreibung folgendermaßen:

 

Baukosten Fahrweg:

a) WI Fachhochschule - Brückenkopf =                                12,2 km  =   149 Mio€

b) WI Simeonhaus - WI Fachhochschule                            = 4,7 km  =     52 Mio €

c) Bad Schwalbach - WI Simeonhaus (Aartalstrecke) = 14,8 km  =    70 Mio €

d) Brückenkopf - Mainz HBF                                                  = 2,4 km   =     34 Mio €

e) Baukosten Erweiterung Betriebshof                                                            6 Mio€

f) Baunebenkosten (Plannung, etc)                                                                 59 Mio€ (???)

g) Kosten Citybahn Fahrzeuge (3 Mio pro Stück)                                       78 Mio €

Gesamtkosten                                                                                                        448 Mio €

 

Die Weiterführung des Projekts wurde in der Stadtverordnetenversammlung am 16.02.2017 beschlossen. Es stellt sich die Frage, aus welchen Mitteln dieses Projekt überhaupt finanziert wird. Das blieb bisher von den Politikern allerdings unbeantwortet.

 

Am 12.12.2017 wurden die Ergebnisse einer vertiefenden (zweiten) NKU bei einer Pressekonferenz und bei einer gemeinsamen Verkehrsausschuss-Sitzung der Städte Mainz und Wiesbaden vorgestellt. Diese Präsentation schwebte in einem undurchschaubaren Nebelschleier, da die Projektanten am 12.12.2017 keine verbindlichen Angaben zu der Trassenführung geben konnten.

 

Die Anzahl der Haltestellen wurden nicht angegeben und ferner, wo genau die Haltestellen

ausgebaut werden sollten (was natürlich die KNU nicht glaubwürdiger erscheinen lässt).

Auch schwieg man sich darüber aus, ob in die KNU die Strecke von Bad Schwalbach bis zur WI -Fachhochschule eingerechnet wurde. Über diese beiden Strecken wurde in den Ausführungen kein Wort verloren.

 

Ebenfalls blieben die Lösungen für das zwingend entstehende Chaos, das die Streckenführung der City-Bahn unweigerlich verursachen würde, aus. Denn da, wo noch zwei Fahrspuren in beiden Richtungen momentan als Fahrbahn funktionieren (z.B. Bahnhofstrasse, Biebricher Allee, Kaiser Friedrich Ring, Hauptbahnhof, Dotzheimerstrasse), würde durch die City-Bahn nur ein Streifen für Fahrzeuge in einer Richtung entstehen. Das bedeutet unweigerlich STAU ohne Ende auf der gesamten City-Bahn Strecke.

 

Seit dem 12.12.2017 soll die City-Bahn ab dem Hauptbahnhof über die Biebricher Allee nach Biebrich und über die Kasteller Straße zur Theodor-Heuss-Brücke geführt werden, da diese Streckenführung angeblich wirtschaftlicher sei. Zusätzlich soll im 1. Planungsabschnitt aber noch ein zusätzlicher Streckenast vom Hauptbahnhof zum „Quartiersboulevard“, seitlich der Mainzer Straße, eingerichtet werden. 

 

Alle notwendigen Umleitungslösungen für den Auto-Verkehr, sowie die Fragen, wie diese in die Machbarkeitsstudie eigentlich einfließen sollten, wurden nicht offen gelegt. Es lässt vermuten, dass sie noch nicht ausgearbeitet sind. Dies wiederum würde die Seriosität des Projektes in Frage stellen und man musste sich ernsthaft fragen, aus welchem Grund die Stadtverordnetenversammlung dieses Projekt unter solch unklaren und unseriös wirkenden

Umständen weiter verfolgt und genehmigt.

 

Im Nachhinein scheint es, dass die Info-Messen“ die im Januar 2018 stattgefunden haben, der ESWE eigentlich nur dazu dienen sollten, um das Interesse und ggfl. den Widerstand bei der Bevölkerung zu testen.

 

Es ist uns allerdings gelungen, während den Info-Messen einige interessante Aspekte herauszuhören. Z.B. wurde offengelegt, dass die Abstände zwischen den Haltestellen bei der City-Bahn nicht wie bei den Bussen vorgeschriebene 300 Meter betragen werden, sondern ganze 600 Meter!!!

Auf die Nachfrage, wie die Bürger diese entfernte Haltestellen erreichen sollen, wurde uns geantwortet: Mit den Bussen! Ja liebe Bürgerinnen und Bürger – soweit weicht die Vernunft bei der politischen Szene in den heutigen Tagen! Denn, wenn auf der Trasse weiter Busse fahren werden, dann stellt sich die Frage: wozu noch die City-Bahn? - Oder werden die Busse dann nicht so oft fahren?

Und was macht dieser Umstand mit den Zahlen der KNU in der Machbarkeitsstudie? Niemand der zuständigen Leute auf der Messe konnten Fragen beantworten, die eigentlich bereits gelöst in die Machbarkeitsstudie hätten einfließen sollen!!!!

 

Was noch absurder erscheint: Man fragt die Bürger nicht: Wollen sie die City-Bahn oder nicht?

Nein – man fragt: Wollen sie die City-Bahn in rosarot oder in hellgrün geliefert HABEN?

- Wobei eine Änderung der Fragestellung ausgeschlossen ist!

 

Bis zum Frühjahr/Sommer 2018 soll angeblich eine endgültige Variantenentscheidung zur Trassenführung fallen und dazu die Entwurfs- und Genehmigungsplanung bei den beauftragten Ingenieurgesellschaften begonnen werden.

Zwischen Ende 2018 und Sommer 2019 ist die Einleitung des Planfeststellungsver-fahrens vorgesehen, in welchem die Planung formal offen gelegt werden muss und alle davon betroffenen Anwohner ihre Einwendungen vorbringen können. Erst nach Vorliegen eines Planfeststellungsbeschlusses und nach Beendigung etwaiger Klageverfahren, kann mit der baulichen Ausführung des Projekt begonnen werden. Ginge es nach den zeitlichen Vorstellungen von ESWE Verkehr, dann soll ab dem Jahr 2022 die erste City-Bahn durch Wiesbaden rollen.

 

Selbst wenn die Zeitpläne von ESWE Verkehr eingehalten würden, ist nicht gesagt, dass die geschätzten Projektkosten gehalten werden. Schon der Landrat des Rheingau-Taunus-Kreises geht von einer Kostensteigerung von 40 % aus und die Kosten der Erweiterung des Mainzer Straßenbahnnetzes um die „Mainzelbahn“ sollen gegenüber den anfänglichen Schätzungen um 30 % steigen.

 

Da aber nicht nur Kostensteigerungen, sondern selbstverständlich auch die laufenden Unterhaltungsmaßnahmen an den Bahnen und Gleiskörpern einzurechnen sind, handelt es sich um ein Milliardenprojekt. Immerhin handelt es sich um ein künftiges City-Bahn-Gesamtnetz von weit mehr als 34 km! Welche weiteren Bausteine bzw. Strecken und Stadtteile das City-Bahn-Gesamtnetz eines Tages dann wirklich umfassen soll, behalten ESWE Verkehr und die Stadt bisher für sich.

 

Fazit: Das Projekt „City-Bahn“ ist für Wiesbaden in jedem Fall ein Abenteuer in zeitlicher und finanzieller Hinsicht. Eine Mitentscheidung der Bürger, ob sie die City-Bahn überhaupt haben wollen, war nie vorgesehen.

 

Das möchten jedoch ändern, denn dieser Irrsinn verdient nur gestoppt werden!

Bitte, helfen Sie uns, das Projekt zu stoppen!